Diskussionsveranstaltung im E-Werk am 2. Mai 2017 – Nachbetrachtung

Es war nicht anders zu erwarten! Das Rede-Duell zwischen dem LGS_Befürworter OB Dr. Florian Janik und der Stadträtin Barbara Grille (ÖDP), welche die „Bürgerinitiative gegen die Landesgartenschau Erlangen“ vertrat, war von vorneherein als Monolog angelegt. Herr Dr. Janik durfte gefühlt 80 % der Redezeit für seine einstudierten Beiträge in Anspruch nehmen, ohne ernsthaft von den Moderatoren ermahnt zu werden. Barbara Grille gab ihr Bestes, war aber, wie gesagt, schwer benachteiligt, was die Redezeit betrifft. Diese Art von Diskussion kennen wir schon von anderen Veranstaltungen, wie etwa das Streitgespräch zwischen Stadtrat Frank Höppel (ÖDP) und dem OB im Franken-Fernsehen vom 28.04.2017. Dort war es ganz ähnlich abgelaufen.

Wenn Herr Dr. Janik immer behauptet, die für die Gartenschau vorgesehenen Wiesen würden intensiv landwirtschaftlich genutzt, daher sei eine Öffnung für Freizeitaktivitäten gar nicht so schlimm und man würde das Gelände sogar noch ökologisch aufwerten, so sei dem folgende, absolut glaubwürdige  e-mail entgegengesetzt, die ich gestern von Herrn Rechtsanwalt Jürgen Kraft, Fachanwalt für Agrarrecht, erhalten habe, aber leider in der Veranstaltung nicht verlesen konnte:

„Ich möchte gerne Ihnen und auch Frau Grille für die Diskussion heute Abend noch folgende Information mitgeben:

Mein Bruder bewirtschaftet (als letzter Bauernhof in Erlangen-Stadt) u.a. (neben anderen privaten Flächen, die von der LGS betroffen wären) seit ca. 20 Jahren den umstrittenen südlichen Teil der Wöhrmühlinsel. Da die Befürworter der LGS ständig von „intensiver Landwirtschaft und bloßer Heuwiese“ (siehe u.a. Facebook) schreiben, habe ich ihn zuletzt danach gefragt.

Er fährt nur ein- bis zweimal im Jahr (mit entsprechenden Arbeitsschritten und Geräten) in diese Wiese, die ansonsten durch ein Tor abgesperrt ist. Er verzichtet bewusst auf die Möglichkeit einer vier- bis fünfschnittigen Bearbeitung pro Jahr (etwa ab  April bis Oktober), wie es bei derartigen feuchten Standorten bzw. Wässerwiesen möglich wäre und üblich ist. Den Schnittzeitpunkt hat er bewusst auf nach dem 01.07. verschoben, damit das Niederwild sowie die Bodenbrüter lange Ruhezeit haben. Er verzichtet auf jegliche mineralische Düngung. Durch all diese Maßnahmen sowie durch die Absperrung von allen Seiten konnte sich ein einzigartiges Biotop (nicht nur im Rechtssinne) entwickeln. Nach Angaben meines Bruders haben sich dorthin insbesondere Fasane und Rebhühner zurückgezogen, v.a. weil Hunde nicht hingelangen. Vor Jahren hielt mein Bruder dort sogar eine extensive Mutterkuhhaltung. Aufgrund der allgegenwärtigen Angst vor einem raschen Hochwasser, bei dem die Tiere vielleicht zu Schaden gekommen wären, wurde der Standort nicht aufrechterhalten.

Im Ergebnis liegt seit Jahren eine extensive Bewirtschaftung vor, so dass durch die punktuellen landwirtschaftlichen Pflegemaßnahmen eine idyllische Landschaft erst geschaffen werden konnte.

Die Freunde einer LGS an dortigem Standort wollen lieber über 1 Mio Menschen dort hineinschleusen, Wege, Straßen, Stege, Spiel- und Grillplätze dort errichten, sprechen aber von „ökologischer Aufwertung“!?“

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Klaus Tuffner

2 Gedanken zu „Diskussionsveranstaltung im E-Werk am 2. Mai 2017 – Nachbetrachtung

  1. Eine Landesgartenschau hätte auch gut werden, es ging aber nur darum Fördergelder zu kassieren um nach der ökologischen Gartenschau danach alles zuzubauen und zu versiegeln -mit noch mehr Parkhäusern etc. Die Stadt hätte bereits längst den Bereich ökologisch aufwerten können. Nur haben die Bürger inzwischen aus Erfahrung gelernt, dass viel versprochen wird und hinterher nichts davon gehalten wird. Wo Profit im Spiel ist, gibt es keine intakte Natur mehr. Damit lässt sich nichts verdienen

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